von A.S.
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8. September 2026
Der Blick zurück im Zorn Kategorie Erfahrungsberichte Dieser Titel des englischen Dramatikers John Osborne fällt mir so oft ein, und zwar immer dann, wenn ich hier bei Bruderinfo lese, wie verbittert manche Brüder und Schwestern sind, wenn sie an ihre Vergangenheit als Zeugen Jehovas denken. Ich möchte das nicht falsch verstanden wissen. Ich kenne diese schwierige Gefühlswelt zwischen Angst und Verbitterung. Es ist vollkommen in Ordnung, sich darüber Gedanken zu machen, wie man als willfähriger Gehilfe der Organisation von ihr benutzt wurde, mit der Vorstellung, hier Jehova einen Dienst zu erweisen. Doch zunächst gibt es gleichzeitig allen Grund, zutiefst dankbar zu sein, dass man der Knute der Organisation entronnen ist. Schließlich kommt nicht jeder zu dieser Erkenntnis. Auch ich bin in Kreisen der Zeugen Jehovas aufgewachsen. Ich war 6 Jahre alt als mein Vater mit seinem Bibelstudium begann. Auch ich wurde nach der Regel in Sprüche 13:24 erzogen: 24 Wer seine Rute spart, der hasst seinen Sohn, wer ihn aber lieb hat, der züchtigt ihn beizeiten Mein Vater hatte allerdings in seinem Eifer folgenden Text nicht berücksichtigt, den man i n Epheser 6:4 findet: 4 Und ihr Väter, reizt eure Kinder nicht zum Zorn, sondern zieht sie auf in der Zucht und Ermahnung des Herrn. Mit 17 habe ich diese Enge nicht mehr ausgehalten und bin von zuhause weg, im Zorn, und ich hatte keine Ahnung, wie das Leben da DRAUSSEN in der Welt ist. Schließlich hat man mich erfolgreich davon abgehalten, mit den "Gefahren" der Welt da draußen umgehen zu lernen. Das heißt, auch ich war, wie alle Kinder der Zeugen Jehovas regelrecht "abgeschottet". (Bitte nicht als Elternschelte verstehen! Die Dinge sind, wie sie sind. Ich achte und liebe meine Eltern sehr und bin jeden Tag dankbar, dass sie noch leben.) Folglich habe ich mir in den nächsten 20 Jahren ordentliche Blessuren auf meiner Psyche geholt. Das allerschlimmste war die Angst vor Harmagedon und die Angst vor 1975. Ich hatte vorehelichen Verkehr, auch wenn ich später den Mann geheiratet habe. Und ich hatte panische Angst, dass diese Sünde mein Leben und das Leben meiner Tochter kosten wird. Aber ich hatte Glück im Unglück, ich hatte keine Zeit, wie andere Kinder von Zeugen Jehovas, in Lebensunfähigkeit und Depression zu fallen, denn ich war 18 und stand mit einem Kind und einem ständig betrunkenen Ehemann da. Während meiner Jugendjahre habe ich aber eines gelernt: Gehorsam ist ok, ungehorsam bringt Strafe. Darum habe ich im Laufe meines Lebens das getan, was viele tun: Es anderen recht machen. Dafür bezahlt man einen hohen Preis, nämlich den Verlust der Macht über das eigene Leben. Nein sagen muss man lernen. Dazu ein kurzer Ausflug in die Tiefen unseres Gehirns: Unser Gehirn ist sehr ökonomisch. Es tut das, was es immer getan hat und vermeidet neue Wege. Die ausgetretenen Pfade sind bequem. Nein sagen und widersprechen könnte ja weh tun (siehe den Schmerz der Prügel, das hat es ja gelernt) Während der Zeit, als Diener der Wachturm-Organisation lernen viele Brüder und Schwestern noch etwas: Wir sind die Guten und die da draußen in der Welt sind die Schlechten. Schließlich wird das Woche für Woche in den Versammlungen gepredigt. Gerade der Organisation entronnen, geht dieses Karussell weiter. Nur jetzt sind die Schlechten die Ältesten und Könige der Wachturm-Organisation und wir, die wir draußen sind, die Guten. Wir wissen, das Gehirn ist sehr ökonomisch und jetzt tut es weiterhin, was es bis dahin gelernt hat: VERURTEILEN Ist es nicht besser, sich an die Anweisung unseres Herrn Jesus zu halten wie es in Matthäus 7:1,2 beschrieben steht? 1Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet! 2 Denn mit demselben Gericht, mit dem ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden; und mit demselben Maß, mit dem ihr [anderen] zumesst, wird auch euch zugemessen werden. Eines sollten wir nämlich berücksichtigen: Auch die, die mit uns so lieblos umgegangen sind, glauben wirklich, sie würden Jehova einen Dienst erweisen. Die Erforschung ihres Herzens ist nicht unsere Aufgabe. Etwas, was wir Menschen auch gerne tun sind auch Schuldzuweisungen, hat Adam schon so gemacht. Das liegt uns in den Genen von Anfang an. 2 Da antwortete der Mensch: Die Frau, die du mir zur Seite gegeben hast, die gab mir von dem Baum, und ich aß! Das bedeutet doch nichts anderes 1. die Frau ist schuld und 2. du Gott bist schuld, denn du hast sie mir ja gegeben. Nichts von Selbstverantwortung. Nichts von ICH HABE NICHT NEIN GESAGT. Kennen wir dieses Muster? Die anderen sind schuld, die Ältesten sind schuld, die lieblosen Brüder und Schwestern sind schuld. Selbstverantwortung sieht anders aus. Selbstverantwortung bedeutet, die Verantwortung zu übernehmen, für all MEIN TUN, für all MEIN HANDELN und auch für MEIN NICHT HANDELN. Es hat lange gedauert, bis ich kapiert habe, dass all meine Blessuren und Bauchlandungen meines Lebens nur das Ergebnis des Versuchs waren, es anderen recht zu machen. Man tut das, in der Regel unbewusst, in dem verzweifelten Versuch anerkannt und geliebt zu werden. Da wir dieses Verhaltensmuster schon in der Prägephase (unter 6 Jahren) anerzogen bekommen, lernen wir eines nicht, es uns selbst recht zu machen. Seit ich das begriffen habe, konnte ich mich mit meiner Vergangenheit versöhnen. Man bezahlt immer einen Preis, entweder für das selbst tun oder für das tun lassen. Wenn ich die Macht über mein Leben abgebe, kommt ein anderer und übt sie aus. In Falle vieler Brüder und Schwestern sind es die Ältesten oder die 7 Herren (temporär auch 8 Herren) aus der Zentrale, die einem sagen, was man zu tun oder zu denken hat. Erlaube ich, dass andere die Macht über mein Leben ausüben, nennt man das Ohnmacht. (ohne Macht). Man hat erlaubt, dass andere diese Macht für ihre eigenen Zwecke missbrauchen. Man hat gestattet, das andere die Führer und Lehrmeister sind. Niemals hat man das hinterfragt. Aber so etwas steht nicht unbedingt im Wachturm. Dazu muss man schon die Bibel zur Hand nehmen. Denn Jesus sagt in Matthäus 23 folgendes 8 Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen, denn einer ist euer Meister, der Christus; ihr aber seid alle Brüder. 9 Nennt auch niemand auf Erden euren Vater; denn einer ist euer Vater, der im Himmel ist. 10 Auch sollt ihr euch nicht Meister nennen lassen; denn einer ist euer Meister, der Christus. Nun, sie tun es trotzdem. Sie nennen sich der vom "Geist gesalbte Treue und verständige Sklave", verdrehen die Bibel, fordern Sklaven-Gehorsam und neben der kostbaren Lebenszeit als Einsatz für die Organisation, auch den Verzicht auf die schönen Dinge des Lebens. Denn für die schönen Dinge des Lebens braucht man ausreichend finanzielle Mittel. Diese jedoch braucht die Organisation auch. Allerdings gehören zu dieser Dynamik immer zwei Parteien, die einen die fordern und die anderen, die gehorsam dieser Forderung nachkommen. Spätestens bei dem Text in Matthäus wäre es angebracht, darüber nachzudenken was das bedeutet. Hat man das getan? Hat man nur Jesus Christus als Meister anerkannt? Oder lieber aus Bequemlichkeit Ja und Amen gesagt und dies unterlassen? Wie viele Jahre? Ein Leben lang? Vielleicht nicht aus Bequemlichkeit, sondern aus Angst? Angst lähmt, Angst macht klein, Angst macht handlungsunfähig. Man hat auch nie darüber nachgedacht, dass deren (der Ältesten oder der Häuptlinge) Vorstellung vom Leben, nichts mit dem von Schwester Lisa oder Bruder Leo in Hinterdupfingen gemeinsam haben. Man muss sich das vorstellen: Da sitzen in den Gremien der Organisation Menschen, mit all ihren Schwächen und auch mit ihren Ängsten und Fehlern (dabei finanziell gut abgesichert) und die sagen Millionen von Zeugen Jehovas, was sie zu tun und zu lassen haben, verdrehen die Bibel und manipulieren die Texte. Dazu sagt bereits der Prophet Jesaja im Kapitel 5: 20 Wehe denen, die Böses gut und Gutes böse nennen, die Finsternis zu Licht und Licht zu Finsternis erklären, die Bitteres süß und Süßes bitter nennen! 21 Wehe denen, die in ihren eigenen Augen weise sind und sich selbst für verständig halten! 22 Wehe denen, die Helden sind im Weintrinken und tapfer im Mischen von berauschendem Getränk; 23 die dem Gottlosen Recht geben um eines Bestechungsgeschenkes willen, aber dem Gerechten seine Gerechtigkeit absprechen! Wir sehen, es hat sich in all den Jahrhunderten nichts geändert. Die Muster unserer menschlichen Verhaltensweise sind gleich geblieben. Noch immer rennen Millionen wie Lemminge diesen Anweisungen hinterher. Kein Gedanke daran, dass die Herren niemals die Nöte und Sorgen ihrer Schäfchen nachvollziehen können. Sie kennen weder die Nöte eines Vaters, der um seine Existenz kämpft, noch die Sorgen einer Mutter, die um das Leben eines Kindes bangt, auch nicht den Kampf eines älteren Menschen, der an einer schweren, lebensbedrohlichen Krankheit leidet. Im Gegenteil, rücksichtslos werden ältere Brüder vom Bethel "entsorgt" und dem Steuerzahler auf die Tasche gepackt. Ich erinnere mich, wie mir einmal eine Ex-Zeugin sagte, ihr Vater war Ältester und in der Versammlung hat er von Liebe gepredigt. Wenn er zuhause getrunken hatte, hat er die Möbel zusammen geschlagen (einschließlich der Kinder). Ich möchte jetzt nicht behaupten, dass alle Ältesten so sind. Aber wenn sie so sind, trafen sie dennoch Entscheidungen über Ausschluss, Rüge und Zurechtweisung in den Versammlungen. All diese Dinge passieren, und, wie so oft, gibt es in dieser Dynamik selbstverständlich auch Opfer. Diese Opfer sind die, die ausgeschlossen wurden, weil sie angefangen haben nachzudenken und die Dinge zu hinterfragen. Weil sie in der Bibel die Lösungen suchen und nicht im Wachturm. Vor diesem Ausschluss kommt oft eine lange Zeit des Leidens. Von Mobbing bis hin zu Intrigen, alles ist dabei. Wenn man dann entronnen und endlich "draußen" ist, fallen viele in ein Loch, das mit Anklagen und Vorwürfen gefüllt wird. Es genügt nicht, dass man in der Regel sein komplettes soziales Netz verliert, dass Familien entzweit werden, man macht sich selbst erst einmal nieder, in Form von Traurigkeit, Verzweiflung, Hilflosigkeit. Noch immer ist man Opfer. Wer nicht in der Depression endet, füllt dieses Loch mit Wut und Zorn. Alles ist besser als Depression, auch Wut und Zorn. Aber dann kommen oft noch Rachegefühle und Hass hinzu. Man wünscht, dass die Betreffenden ihre gerechte Strafe bekommen. Doch Paulus sagt in Römer 12 dazu folgendes: 14 Segnet, die euch verfolgen; segnet und flucht nicht! 15 Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden! 16 Seid gleichgesinnt gegeneinander; trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den Niedrigen; haltet euch nicht selbst für klug! 17 Vergeltet niemand Böses mit Bösem! Seid auf das bedacht, was in den Augen aller Menschen gut ist. 18 Ist es möglich, soviel an euch liegt, so haltet mit allen Menschen Frieden. 19 Rächt euch nicht selbst, Geliebte, sondern gebt Raum dem Zorn [Gottes]; denn es steht geschrieben: »Mein ist die Rache; ich will vergelten,spricht der Herr«. 20 »Wenn nun dein Feind Hunger hat, so gib ihm zu essen; wenn er Durst hat, dann gib ihm zu trinken! Wenn du das tust, wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln.« Bei der Gelegenheit möchte ich anmerken, dass selbst die Täter Getriebene sind: Getriebene ihrer Eitelkeit und ihres Machthungers und der Angst, Ansehen und Stellung zu verlieren. Gleichzeitig darf man sich die Frage stellen: Was habe ich dazu beigetragen, dass diese Situation so ist? In der Regel fragt man sich das jedoch nicht, sondern es kommen Bitterkeit und Anklagen, Selbstvorwürfe und eine tiefe Traurigkeit um das verpasste Leben hinzu. Ja, die anderen sind schuld, hat ja Adam schon so gemacht, liegt uns in den Genen. All diese Anklagen haben nur ein Problem: Sie halten den Betroffenen fest im Leid und im Schmerz. Damit wird das Leid nur unnötig verlängert. Und dann gibt es natürlich den Rat aus der Ecke der Psychologie: Man muss ein Thema aufarbeiten. Aber muss man das wirklich? Ich weiß, dass eine ganze Branche davon lebt, jahrelang im Kreis zu reden und Themen aufzuarbeiten. Ich bin kein Fan der Psychoanalyse, denn sie hält Menschen viel zu lange in der Vergangenheit fest. Und sie verhindert, dass man seinen inneren Frieden findet. Dazu gibt uns die Bibel in Lukas 9 einen guten Rat: 62 Jesus aber sprach zu ihm: Niemand, der seine Hand an den Pflug legt und zurückblickt, ist tauglich für das Reich Gottes. Das bedeutet in anderen Worten ausgedrückt: Schau nicht zurück, sondern schau nach vorne. Klingt ein wenig anders, als in der Vergangenheit wühlen und "aufarbeiten." Ist es nicht besser, die ganze Energie lieber in die eigene Heilung zu stecken? Fühlt sich Hoffnung nicht besser an, als Wut, Zorn und Bitterkeit? Ich erinnere daran: Wir sind von unseren Gefühlen gesteuert. Und diese Gefühle sind es, die bestimmen, über Gesundheit und Krankheit. Und ja, wir haben einen Verstand, aber der Verstand ist ein guter Ratgeber, jedoch ein schlechter Herr. Viele unserer Brüder und Schwestern haben jahrelang die eigenen Gefühle unterdrückt (weil es ja weh tut) sind in den Verstand gegangen und wundern sich, wenn sie früh krank werden. Wer Gefühle unterdrückt und nur mit dem Verstand reagiert, darf sich nicht wundern, wenn sich die unterdrückten Gefühle auf der Körper-Symptomebene breit machen. Darum ist Selbstverantwortung so wichtig. Der Preis für "gewähren lassen" ist einfach zu hoch. Ich möchte allen hier das mit einer kleinen Übung erläutern, um zu zeigen, was ich meine: Wie wir wissen, werden Menschen zunächst von den Gefühlen gesteuert. Das bedeutet, all unsere Handlungen, auch wenn sie hinterher analytisch erklärbar sind haben einen einzigen Zweck: Schmerz vermeiden und/oder positive Gefühle zu erzeugen. Wenn jetzt jemand jahrzehntelang beigebracht bekommen hat, dass ein Opfer in Form von Selbstaufgabe und Verzicht von Gott so gewollt ist, weiß der Betroffene zunächst überhaupt nicht, wie sich glücklich sein anfühlt. Fällt das Opfer weg, kommt die große Leere. (Anmerkung: Unter Therapeuten gibt es eine Redewendung. Manche Kranke brauchen ihre Krankheit. Nimm ihm diese nicht weg, denn er hat nichts anderes) Nimm einem Zeugen, der aus der Organisation raus ist oder ausgeschlossen wurde seine Versammlung, seine Freunde (die sich dann seltsamerweise dann als Feinde entpuppen), seine Familie und er fällt in ein Loch. Das Hirn, unsere analytische Hälfte, hat aber gelernt, in Schuld und Schuldzuweisungen zu denken. Was macht es? Es kreiert neue Probleme in Form von Sorgen, Depressionen, Schmerz (das kennt es ja bereits) Wut, Zorn, Reue, Rachegedanken. Kein Platz für Hoffnung, kein Platz für inneren Frieden und Zuversicht. Jetzt aber zur Übung: Schließe einfach deine Augen und denke an folgenden Satz: Ich muss predigen gehen, meine ganze Kraft in den Dienst der Organisation stellen, denn das gefällt Jehova. Wie fühlt sich das an? Leicht oder schwer? Hell oder dunkel? Einengend oder weit? Und jetzt den Satz aus Matthäus 11: Nehmt auf euch mein Joch, denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht. Wie fühlt sich das an? Leicht oder schwer? Hell oder dunkel? Einengend oder weit? Einen Unterschied bemerkt? Ein anderes Beispiel: Ich habe Jahre meines Lebens damit vergeudet, der Organisation zu dienen und am Ende habe ich einen Tritt bekommen. Wie fühlt sich das an? Leicht oder schwer? Hell oder dunkel? Einengend oder weit? Oder: Ich bin meinem Herrn Jesus Christus zutiefst dankbar, dass er mir die Erkenntnis geschenkt hat und mich aus diesem Joch befreit hat. Wie fühlt sich das an? Leicht oder schwer? Hell oder dunkel? Einengend oder weit? Bitte die Übung mit geschlossenen Augen machen und nur auf die Gefühle achten. Ich hoffe, jeder bemerkt, was diese Sätze im Körper bewirken. Darum ist es so wichtig, sich an den Rat in Lukas 9 zu halten. Man kann nicht vorwärts gehen, wenn man die ganze Zeit rückwärts gerichtet ist. Wut, Zorn, Verzweiflung haben noch niemanden glücklich gemacht. Im Gegenteil, sie machen krank. Nämlich einen selbst. Die Personen, auf die man wütend ist, merken nichts davon. In der Regel wissen die nicht einmal etwas davon, denken sie doch, alles richtig gemacht zu haben. Selbst ist man am Ende weiterhin das Opfer, darum macht es wenig Sinn, das Leid auf diese Weise zu verlängern. Der Vollständigkeit halber hier nochmals der ganze Text a us Matthäus 11: 28 Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, so will ich euch erquicken! 29 Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen! 30 Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht. Dieser Text ist es, der unheimlich viel Kraft gibt. Darauf kommt es an, zu unserem Herrn Jesus Christus zu finden. Aber er kann nur dann Kraft spenden, wenn man noch immer an eine Erlösung durch ihn glaubt. Hat man jedoch den Glauben verloren, hilft dieser Text auch nicht weiter. Dann darf man sich fragen: Wem bin ich bisher nachgefolgt? Unserem Herrn Jesus Christus oder Menschen, in Form der Organisation? Wenn das Glaubensgebäude auf die Verheißungen der Organisation ausgerichtet war, ist es vollkommen normal, dass nach einem Weggang ein Vakuum entsteht. Dann bedeutet das, mache dich auf und finde deinen Glauben neu. Denn wer schon immer auf Jesus Christus ausgerichtet war, empfindet einen Weggang als Befreiung. Der spürt plötzlich, wie leicht die Last unseres Herrn auf den Schultern wiegt. Und höre auf, dich selbst zu verurteilen. Unser Herr hat einem Mörder verziehen. Er geht sanfter mit uns um, als wir selbst. Zum Schluss noch eine Anmerkung: Solltest du momentan in einer depressiven Phase sein und Psychopharmaka bekommen, ist es vollkommen normal, dass du, je nach Medikation denkst, du hättest möglicherweise deinen Glauben verloren. Dazu musst du wissen, dass Psychopharmaka deine Synapsen (Andockstellen im Gehirn) blockiert. Das bedeutet, du bist (wieder je nach Medikation) überhaupt nicht in der Lage, neue Gedanken, Zuversicht und Hoffnung zu empfinden. Die Medikamente halten dich auf einem emotional stabilen Level. Keine Begeisterung, aber auch kein Antrieb zu eventuellen Kurzschluss-Reaktionen wie Suizid. Dann höre auf zu zweifeln, sondern kümmere dich um deine Gesundheit. Ich glaube, dass unser Herr Jesus Christus um diese Problematik weiß. Und wenn man anfängt, die Medikamente (zusammen mit dem Arzt) auszuschleichen, wirst du sicher Stück für Stück deinen Glauben wieder finden. Aber auch hier gilt: Eigenverantwortung. Das ist der erste Part, den man lernen muss. Ich habe es schmerzhaft mit 18 gelernt, andere dürfen diese Lektion mit 50 oder 60 oder noch älter lernen. Denke immer daran: Wenn du die Macht über dein Leben nicht ausübst, kommt jemand anderer und übt sie aus, benutzt sie, für seine eigenen Zwecke. Autorin: A.S. Es wurde die Arthur Schlachter Bibel 2000 verwendet.-wenn nicht anders angegeben. P.S. -dies sind die Erfahrungen und die kostbare Meinung einer Heilpraktikerin mit sehr viel Erfahrung.